Rückblick Emmentaler Herbstanlass: Ist das Milizsystem am Ende?

Immer mehr Gemeinden und Organisationen stehen vor der Herausforderung, genügend Menschen für politische Milizämter zu gewinnen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an diese Funktionen. Grund genug, die Zukunft des Milizsystems ins Zentrum des diesjährigen Emmentaler Herbstanlasses zu stellen.

Rund 100 Teilnehmende folgten am Montag, 31. August 2026, der Einladung in die Räumlichkeiten der Ypsomed AG und diskutierten die Frage, wie das Schweizer Milizsystem auch in Zukunft tragfähig bleiben kann.

Anerkennung und neue Formen des Engagements

Lukas Golder, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, zeigte in seinem Inputreferat unter anderem auf, wie wichtig Anerkennung und Wertschätzung für die Milizarbeit sind. Neue Formen des Engagements könnten zudem helfen, insbesondere jüngere Menschen für die Milizpolitik zu gewinnen. Denkbar seien beispielsweise zeitlich begrenzte Projekte, statt sich direkt für eine vierjährige Legislatur zu verpflichten. Seine Präsentation können Sie hier herunterladen.

Milizsystem bleibt unverzichtbar

In der anschliessenden Podiumsdiskussion herrschte in mindestens einem Punkt Einigkeit: Ohne Milizsystem funktioniert es nicht. Damit dieses Engagement auch künftig trägt, braucht es Vorbilder im persönlichen Umfeld. Ebenso gefragt sind Arbeitgebende, die das politische Milizengagement ihrer Mitarbeitenden aktiv unterstützen.

An der Diskussion beteiligten sich Grossrätin Tabea Bossard-Jenni, Grossrat Ernst Kühni, Gemeinderätin Daniela Schwarz und Gemeindepräsident Peter Kuhnert. Zuvor hatte Nationalrat Simon Michel, CEO der Ypsomed AG, im Perspektivengespräch Einblicke in das Spannungsfeld zwischen Beruf, Familie und politischem Engagement gegeben.

Dank an Mitwirkende und Sponsoren

Ein herzlicher Dank geht an Simon Michel und die Ypsomed AG für den Beitrag zum Abend und die Gastfreundschaft sowie an Lukas Golder und alle Podiumsteilnehmenden für die engagierte Diskussion.

Der Emmentaler Herbstanlass 2026 wurde von der Regionalkonferenz Emmental und dem Handels- und Industrieverein des Kantons Bern, Sektion Emmental, gemeinsam mit ihren Partnern unter dem Dach des Netzwerks Wirtschaft Emmental organisiert. Ein grosses Dankeschön gilt allen Partnerorganisationen sowie der Mobiliar Generalagentur Burgdorf mit Generalagent Christian Jordi als Anlasssponsor für die wertvolle Unterstützung.

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